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Taiwan: Ein wichtiger Partner für globale Gesundheitssicherheit bittet um Unterstützung für seine Teilnahme an der Weltgesundheitsorganisation und der Weltgesundheitsversammlung 2018
28.03.2018. Der Besitz des bestmöglichen Gesundheitszustandes bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen Wesens, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Anschauung und der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.
(Satzung der Weltgesundheitsorganisation)

Wir versprechen, auf dieser gemeinsamen Reise [mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung], die wir heute antreten, niemanden zurückzulassen.
(Resolution A/RES/70/1 der UN-Generalversammlung)

Taiwan wurde nicht eingeladen, der 70. Weltgesundheitsversammlung im Jahr 2017 als Beobachter beizuwohnen. Seit vielen Jahren hat es jedoch bereits an der WHA sowie Fachtagungen, Mechanismen und Aktivitäten der WHO teilgenommen, kontinuierlich zur Verbesserung regionaler und globaler Netzwerke zur Krankheitsprävention beigetragen und sich im größtmöglichen Umfang engagiert, um anderen Ländern bei der Bewältigung der Herausforderungen im Gesundheitswesen zu helfen und die Vision der WHO von der Gesundheit als grundlegendem Menschenrecht gemeinsam zu verwirklichen. Daher findet der Wunsch Taiwans, zur WHA eingeladen werden, breite Unterstützung.

An einer Schlüsselstelle in Ostasien gelegen, gelten für Taiwan ähnliche Umweltbedingungen für den Ausbruch übertragbarer Krankheiten wie für seine Nachbarländer, zudem wird es häufig von internationalen Reisenden besucht. Taiwan wird dadurch anfällig für die grenzüberschreitende Übertragung von Krankheitserregern, was deren genetische Rekombination oder Mutation nach sich ziehen und zum Auftreten neuer Infektionserreger führen könnte. Weil Taiwan jedoch nicht an der WHA teilnehmen kann und von der vollumfänglichen Beteiligung an relevanten Fachtagungen, Mechanismen und Aktivitäten der WHO ausgeschlossen wird, kann es – im Vergleich zu WHO-Mitgliedern – erst mit großer Verspätung neueste Informationen zu Krankheiten erhalten, und diese meist unvollständig. Dies schafft gravierende Lücken im globalen System zur Sicherung der Weltgesundheit und bedroht das Recht der Menschen auf Gesundheit.

Darüber hinaus verbrauchen Länder rund um den Globus Lebensmittel, die aus verschiedenen Zutaten von überall auf der Welt hergestellt werden. Laut einem Bericht der WHO aus dem Jahr 2015 sind mehr als zwei Millionen Todesfälle pro Jahr auf kontaminierte Lebensmittel oder verschmutztes Trinkwasser zurückzuführen. Angesichts der Tatsache, dass Taiwan der 18.-größte Ex- und Importeur der Welt ist, stellt sein Ausschluss aus dem internationalen Gesundheitssystem eine Bedrohung für die globale Lebensmittelsicherheit dar.

Die WHO braucht Taiwans Beteiligung, um ein zuverlässiges globales Gesundheitssystem zu etablieren. Das Kernziel, den Standard für die menschliche Gesundheit zu heben, kann durch eine universelle, flächendeckende Gesundheitsversorgung erreicht werden. Taiwan war das erste Land in Asien, das ein staatliches Krankenversicherungsprogramm eingeführt hat, das einen Deckungsgrad von 99,9 Prozent bietet. Medizinische Ausgaben machen in Taiwan lediglich 6,3 Prozent des BIP aus. Taiwan ist in dieser Hinsicht bereit und in der Lage, seine Erfahrungen mit der WHO und anderen Nationen auszutauschen.

In den letzten Jahren hat Taiwan seine Rolle auf der Weltbühne erfolgreich geändert: Vom Empfänger zum Anbieter medizinischer Hilfsprogramme. Es hat ein umfassendes Krankheitspräventionssystem aufgebaut und zahlreiche Ausbildungs-Workshops organisiert, um für den Kampf gegen Ebola, MERS, Dengue-Fieber und Zika in der Region Asien-Pazifik und in Südostasien Kapazitäten zu schaffen, was zu den kollektiven Bemühungen um die Stärkung der globalen Gesundheitssicherheit beiträgt. Unterdessen braucht Taiwan die WHO zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung in Taiwan wie auch in der Region und der ganzen Welt. Durch eine Beteiligung an der WHA und der WHO könnte es seine Erfahrungen mit anderen Ländern teilen, eine rechtzeitige Berichterstattung und der zeitnahe Erhalt von Informationen über Krankheiten würden ihm ermöglicht und es könnte eine konstruktive Rolle beim Schutz der globalen Gesundheit spielen. Dies wäre ein Win-Win-Szenario für Taiwan, die WHO und die internationale Gemeinschaft.

Dieses Jahr markiert den 15. Jahrestag des SARS-Ausbruchs. Fünfzehn Jahre nach dem Verlust vieler Leben durch SARS ist Taiwan wieder fit und hat ein immer zuverlässigeres Krankheitspräventionssystem entwickelt. Virusinfektionen kennen keine Grenzen. Nur wenn jedes Mitglied der internationalen Gemeinschaft in diesen kollektiven Kampf gegen Krankheiten einbezogen wird, können die negativen Auswirkungen des nächsten potenziellen Ausbruchs einer Pandemie minimiert werden. Mit dem Interesse, einen professionellen Beitrag zur Gesundheit und zum Schutz des Rechts auf Gesundheit zu leisten, strebt Taiwan in diesem Jahr in professioneller und pragmatischer Weise die Teilnahme an der 71. WHA an, um ein Teil der weltweiten Bemühungen zu werden, die Vision der WHO eines nahtlosen globalen Präventionsnetzwerks zu verwirklichen sowie das UN-Ziel 3 für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030, d. h. ein gesundes Leben und Wohlbefinden für alle in allen Altersgruppen zu fördern.

Pressemitteilung Taipeh Vertretung (Taiwan) in der Bundesrepublik Deutschland



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