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Taiwan-Fenster
Das Taiwan-Fenster ist ein Forum für Kommentare, Berichte, Hintergründe zu und über Taiwan, zu den Entwicklungen in Taiwan und den besonderen deutsch-taiwanischen Beziehungen. Drucken...
"Steter Tropfen höhlt den Stein" - Über die Arbeit des Parlamentarischen Freundeskreises Berlin Taipei
Sebastian
Wilhelm Josef Sebastian, MdB, Vorsitzender des Parlamentarischen Freundeskreises Berlin-Taipei
Schon 1985 gibt es eine lose Gruppe von Parlamentariern in Bonn, die sich für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen der BRD und der Republik China auf Taiwan einsetzt. Die engagierten Kollegen beschließen, eine parlamentarische Gruppe Bonn-Taipei zu gründen. Am 29. November 1989 findet die konstituierende Sitzung des Vorstandes unter der Leitung von Klaus Bühler statt. Zum Vorstand gehörten neben Bühler (CDU) die Abgeordneten Ortwin Lowack (fraktionslos), Wolfgang Lüder (FDP), Ernst Hinsken (CSU) und Bernd Reuter (SPD). Die parlamentarische Gruppe hat zu diesem Zeitpunkt 60 Mitglieder. Die damalige Präsidentin des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Rita Süssmuth, verspricht die Gruppe zu unterstützen. Aber das Auswärtige Amt (AA) verhindert, dass der Freundeskreis formal anerkannt wird. Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder gehört zur CDU/CSU, einige zur FDP und vereinzelte zur SPD.

Am 19. Februar 1992 wird die Gruppe als Parlamentariergruppe endlich anerkannt und darf sich abweichend von der Standardbezeichnung anderer Parlamentariergruppen „Parlamentarischer Freundeskreis Bonn-Taipei“ nennen. Dem Freundeskreis wird eine Informationsreise pro Legislaturperiode in der üblichen Delegationsstärke sowie ein Gegenbesuch der taiwanischen Kollegen in der Bundesrepublik zugestanden. Zu diesem Zeitpunkt gibt es 122 Mitglieder. Die erste Delegationsreise findet vom 6. bis 13. Oktober 1993 statt.

In diesen Jahren erreicht der Freundeskreis, dass der Vertreter Taiwans in Deutschland, Dr. Sampson Chen, sich nicht mehr als Fernsehkorrespondent tarnen muss. Und ab 1993 wird eine Direktverbindung zwischen Frankfurt und Taipei eingerichtet. Immer wieder Thema sind für unsere Gruppe zu diesem Zeitpunkt eine Verbesserung der Beziehungen unterhalb der Schwelle von diplomatischen Beziehungen, eine beschleunigte Visaerteilung, Verbesserung des Status der Taiwanesischen Vertretung in Bonn und des deutschen Wirtschaftsbüros in Taipei, die protokollarische Behandlung von Mitgliedern der taiwanesischen Regierung, eine mögliche UN-Mitgliedschaft der Republik China auf Taiwan und die Verbesserung der Handelsbeziehungen. Zu diesen Themen gab es 1991 ein Gespräch mit dem Außenminister Hans-Dietrich Genscher und 1993 mit seinem Nachfolger Klaus Kinkel.

Von 2002 bis 2005 leitet der ehemalige Verteidigungs-Staatssekretär Klaus Rose von der CSU die Geschicke des Freundeskreises. Er verfasst eine Zusammenfassung der Aktivitäten seit der Gründung und wehrt sich vehement gegen unterschwellige Versuche, die Parlamentsgruppe „sterben“ zu lassen. Die deutliche Aktivität unserer Gruppe ist den Freunden Pekings längst ein Dorn im Auge.

Seit 1994 bin ich Mitglied und seit 2006 leite ich zusammen mit Angelika Krüger-Leißner (SPD), Irmingard Schewe-Gerigk (Bündnis 90/Die Grünen) und Hans-Joachim Otto (FDP) den Parlamentarischen Freundeskreis Berlin-Taipei. An dieser Stelle nenne ich nur ein paar Stichworte, die uns momentan am meisten beanspruchen. Wir bemühen uns um einen Beobachterstatus Taiwans bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), was dadurch erschwert wird, dass eine Chinesin Generaldirektorin bei der WHO ist. Weiter setzen wir uns ein für erleichterte Einreisebedingungen von Taiwanesen und eine Verbesserung des Status taiwanischer Diplomaten in Deutschland. Sie merken schon, es sind zum Teil die gleichen Themen wie schon in den neunziger Jahren. Aber ich bin überzeugt: Steter Tropfen höhlt den Stein. Im November letzten Jahres konnten wir all diese Punkte und noch mehr in einem Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Auswärtigen Amt, Gernot Erler, erörtern. Besonders vielversprechend endete das Gespräch nicht, da die deutsch-chinesischen Beziehungen durch den Empfang des Dalai-Lama noch belastet waren und es durch die Ankündigung eines zweiten Empfangs des Dalai Lama wieder sind. Eine konkretes Versprechen jedoch gab uns Gernot Erler: Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik und Taiwan wird noch vor der parlamentarischen Sommerpause dieses Jahres umgesetzt werden.

Wilhelm Josef Sebastian MdB, Vorsitzender des Parlamentarischen Freundeskreises Berlin-Taipei Mehr ...Drucken...
»Zwischen Geistern und Gigabytes«
Buchcover Schneider
Abenteuer Alltag in Taiwan – ein Reisebericht von Ilka Schneider

Auszug aus dem Buch von Ilka Schneider (Dryas Verlag)

Ende der 80er Jahre hatte ich in der VR China ein typisches Gespräch mit einem chinesischen Mitreisenden im Zug. Nach den üblichen Präliminarien, das Alter, den Familienstand und den Beruf betreffend, wollte er gerne wissen, ob Hitler Ost- oder Westdeutscher gewesen sei. Als ich antwortete, er sei Österreicher gewesen, war mein Gesprächspartner verwirrt und ich hoffte, dass ich nicht Österreich (Audili) mit dem mehr nach Austria klingenden Australien (Audalia) verwechselt hatte. Und, ergänzte ich naiv, damals hätte es auch noch kein West- und Ostdeutschland gegeben, sondern es sei damals ein Land gewesen, so wie China und Taiwan. Der freundliche Mann wurde plötzlich sehr ärgerlich und fi ng an lauthals zu schimpfen. Dass Taiwan auch heute noch eine Provinz der Volksrepublik sei und wovon ich überhaupt rede. Mehr verstand ich von seiner Tirade nicht, aber er hörte so schnell nicht auf. Nach diesem Ausbruch sprang er auf und kraulte sich hektisch durch den überfüllten Zug, weit weg von mir. Denn aus Sicht der VR gab und gibt es keine Teilung, sondern nur so etwas wie Widerspenstigkeit oder schlechtes Benehmen der Inselprovinz. Von der Heftigkeit der Reaktion erschrocken und von meiner unwissenden Taktlosigkeit peinlich berührt, übernahm ich dann das Taiwan-Tabu. Es war, als ob ich mir durch die Beschäftigung mit der VR China im vorauseilenden Gehorsam die Neugier auf Taiwan verboten hatte.

Das Wort „Taiwan“ löste bei mir daher weiterhin nur so wenig großartige Assoziationen wie billige Klamotten und Plastikspielzeug aus. Später kamen Elektronik und Notebooks hinzu. „Made in Taiwan“ eben. Ich kam nicht im Mindesten darauf, dies damit in Verbindung zu bringen, dass Taiwan in kaum einem Land als Staat anerkannt ist und es daher die Außenpolitik durch Außenwirtschaftspolitik ersetzen musste.

Das andere, was mir noch linientreu zu Taiwan einfiel, war, dass sich die im chinesischen Bürgerkrieg unterlegene nationalistische Partei Guomindang 1949 auf Taiwan zurückgezogen hatte und dort lange regierte. Und die war mir wegen korrupten und ausbeuterischen Benehmens im chinesischen Bürgerkrieg schon immer unsympathisch gewesen.

Doch dann bekam ich aufgrund meines Chinesischstudiums die Möglichkeit mit einem Stipendium für ein Jahr nach Taiwan zu gehen. Ich begann deshalb in meinem Hirn zu kramen, ob sich nicht auch positivere Aspekte finden ließen. Der taiwanische Regisseur Ang Lee fi el mir ein und sein Film „Das Hochzeitsbankett“. Und anhand dieser Geschichte, in der traditionell eingestellte Eltern aus Taiwan zu ihrem schwulen Sohn in die USA kommen und aus seiner Scheineheschließung eine große, chinesische Hochzeit mit allem Tamtam machen, fing es an mir zu dämmern: Taiwan ist ein chinesisches Land, in dem die Kulturrevolution nicht gewütet hat, in dem Traditionen und Bräuche noch lebendig sind, wo die alten Langzeichen benutzt werden und an jeder Ecke Geister und Götter hocken. Gleichzeitig handelt es sich mittlerweile um eine chinesische Demokratie mit hohem Lebensstandard. Plötzlich war ich Feuer und Flamme für Taiwan und wollte das chinesische Land erleben, das zugleich moderner und altmodischer ist als die VR China. Über mein bisheriges Desinteresse innerlich den Kopf schüttelnd, bewarb ich mich um das Stipendium.

Was ich da, wie vieles andere, noch nicht wusste war, wie großartig Natur und Landschaft auf dieser kleinen Insel sind. Und mit wie viel Freundlichkeit mir die Menschen begegnen würden.

Als ich zurückkam, wurde ich regelmäßig gefragt, wie es denn war, in Thailand. Dabei war zu sehen, wie einige innerlich mit der Frage kämpften, warum um alles in der Welt ich denn zum Chinesischlernen nach Thailand gegangen sei. Ich bin selber geografisch minderbegabt, aber dass Taiwan für viele gar nicht zu existieren schien, machte mich im Hinblick auf das Allgemeinwissen der meisten Taiwaner über die Welt besonders betreten. So begann ich auf der Grundlage von damals kontinuierlich geschriebenen Texten und Geschichten dieses Buch zu schreiben. Mehr ...Drucken...
Der 4. Juni 1989 – Chinas Aufschrei nach Demokratie
Dr. Thomas Weyrauch: Der 4. Juni 1989 – Chinas Aufschrei nach Demokratie
Rede zum 25. Jahrestag des Tian´anmen-Massakers
Frankfurt 04. Juni 2014


Sehr geehrte Damen und Herren,

mehr als 80 Millionen Menschen hatte die Kommunistische Partei Chinas in der Zeit ihrer Existenz seit 1921 bereits auf dem Gewissen, als sie am 4. Juni 1989 erneut ihre Hände mit Blut besudelte. Vergeblich versuchte sie jedoch, jenes Ereignis mit Propagandalügen und Vertuschungen ungeschehen zu machen. Propagandalügen, dass es eigentlich keine oder nur wenige Tote bei dem Gewaltakte gegeben habe, dass sich die Regierung im Grunde nur verteidigen musste und die Stabilität Chinas durch den Einsatz von Panzern und wild umher schießende Soldaten der „Volksbefreiungsarmee“ gerettet hätte, konnte wahrlich kein politisch denkender Mensch glauben.

Leider gelang es der Kommunistischen Partei Chinas aber ein Geschichtsbild zu erschaffen und zu perpetuieren, Chinesen bräuchten keine Menschen- und Bürgerrechte, ihnen seien Freiheitsstreben und Demokratie fremd.

Meine Damen und Herren, gerade hier in Deutschland fielen solche Argumente auf fruchtbaren Boden und fanden in den Medien Verbreitung. Als Beispiel nenne ich die Äußerungen von Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der sich bekanntlich in Menschenrechtsrelativismus und durch Lobhudeleien für die autoritären Regimes in Russland und China hervortut.

Mögen die Heerscharen mittelmäßiger Claqueure darüber auch frohlocken – derartige Behauptungen sind jedoch weit von der Wahrheit entfernt. Tatsächlich besitzt der chinesische Kulturraum eine reiche Menschenrechtstradition, die bis in die Tage der kulturprägenden Philosophen zurückreicht. Sogar ein Herrschaftsverständnis resultiert aus dieser Epoche, wonach der Regent sein Volk benevolent zu führen habe.

Wer von jenen braven Rotchina-Huldigern will es denn tatsächlich wissen oder wahrhaben, dass der Querdenker Huang Zongxi schon in der frühen Neuzeit demokratische Vorstellungen entwickelte? Er tat das immerhin etliche Dekaden vor dem französischen Staatsphilosophen Jean-Jacques Rousseau!

Es waren Chinesen, welche erste demokratische Vereinigungen Ende des 19. Jahrhunderts gründeten, und die ersten chinesischen Wahlen fanden 1907 in Tianjin statt. Die darauf folgende Republik China war demokratisch konzipiert und führte 1912 in den Provinzen und 1913 auf nationaler Ebene Wahlen durch. Intern durch konkurrierende Militärmachthaber und die Kommunistische Partei destabilisiert, konnten Japan und die Sowjetunion dieses Staatsgebilde über Jahrzehnte schädigen. Dennoch war es 1947 möglich, konkurrierende Wahlen für zwei Parlamentskammern der Republik China abzuhalten und das mitten im Bürgerkrieg mit der KP. Bemerkenswert ist dabei, dass es sich bei jenen Wahlen um die ersten und einzigen handelte, die gesamtchinesisch auf dem chinesischen Festland und in Taiwan stattfanden.

Zur Tatsache, dass das chinesische Festland von einer kommunistischen Diktatur beherrscht wird, erklärte Helmut Schmidt einmal, dafür hätte sich das chinesische Volk entschieden. – War das wirklich so?

Keinesfalls! - Das chinesische Volk war doch gerade zu den Wahlurnen der Republik China gegangen und hatte eine Nationalversammlung ins Leben gerufen, deren erstes Gesetz übrigens der Bekämpfung der kommunistischen Gewaltakte dienen sollte. Das Volk hatte sich doch gerade gegen die KP entschieden. Es besaß eine Vielzahl von Rechten, die mit der Revolution verloren gehen sollten. Warum hätte das chinesische Volk auf diese Rechte verzichten sollen? Welche weitere Wahl hatte es denn angesichts der völkerrechtswidrigen Bewaffnung der KP durch die Sowjetunion und Maos grausamer Revolution? In der Tat siegte Mao militärisch, nicht aber politisch oder ideologisch und erst recht nicht durch die freie Entscheidung des chinesischen Volkes!

Ist das derzeitige politische System der Volksrepublik damit nicht ein völlig unchinesisches Produkt? Ist es nicht die übelste und schändlichste Importware seit der Opiumeinfuhr?

Mindestens 80 Millionen Tote hat dieses System ausgerechnet in Friedenszeiten hervorgebracht. Und was war mit den Versprechen Maos zu Demokratie und Wahlen?

Hat es seit 1949 in der Volksrepublik China trotz millionenfacher Scheinwahlen in Dörfern und Stadtteilen etwas Vergleichbares oder gar Besseres zu den Verhältnissen vor 1949 gegeben? Wo fand man dort seit 1949 freie Kandidaturen, Wahlkämpfe und unvorhersehbare Wahlergebnisse? Kräfte, die dies ändern wollten, wurden von der Staatsmacht verfolgt. Gegen Demokraten halfen nur Soldaten! Das ist in der Volksrepublik China bis heute so!

In der Republik China auf Taiwan wurden selbst in den repressiven Zeiten des Kriegsrechts ab 1950 immerhin Kommunalwahlen abgehalten. In den 1970er Jahren bereiteten Regierung und Opposition zunächst nur in wissenschaftlichen Kreisen eine Demokratisierung vor. Ab 1986 wurden schließlich alle Verfassungseinschränkungen beseitigt, die Folge der kommunistischen Revolution waren und demokratische Rechte beschnitten hatten.

Heute hat Taiwan eine lebendige, stabile Demokratie. Während 1986 auf der Insel nur drei zugelassene Parteien zu finden waren, sind heute 253 registriert. Noch wichtiger: Im Gegensatz zur Volksrepublik China kann in Taiwan niemand vorhersagen, wer künftig Wahlsieger und Wahlverlierer sein wird. Kein Prophet weiß, wer dereinst Regierung und wer Opposition sein wird. Doch selbst der Dümmste auf Taiwan weiß, dass in diesem demokratischen Prozess stets das Volk die Entscheidung fällen wird.

Demokratie blüht aber auch unter den exilchinesischen Oppositionsgruppen, sowie unter den Uighuren und Tibetern im Ausland. Letzteren gelang es damit quasistaatliche Strukturen zu errichten.

Die Lehre aus diesen Tatsachen lautet, dass der chinesische Kulturraum sowie die Tibeter und Uighuren eine demokratische Tradition besitzen, die von ihren Gegnern, nämlich den Beijinger Gewaltherrschern und ihren Opportunisten, verleugnet wird.

Dagegen kann sich in China ein Unterdrückungsapparat auf keine respektierte Tradition berufen. Das weiß die Führung der Volksrepublik sicherlich am besten, zumal die Zahl der Unruhen seit Jahren exponentiell ansteigt.

Da Chinas Demokratie kulturimmanent ist, ist sie folglich immer und immer wieder zutage getreten. Das wurde besonders in den Tagen vor dem 4. Juni 1989 deutlich. Es ist somit nicht nur eine akademische Frage, ob Chinesen überhaupt die Volkssouveränität anstreben.

Nein, der Tag wird kommen, an dem das chinesische Volk selbst die Antwort darauf geben wird. Bis dahin tut jeder gut daran, den 4. Juni 1989 nicht zu vergessen! Mehr ...Drucken...
Sieben auf einen Streich - Taiwans Kommunalwahlen vom 21. November 2014
Im Allgemeinen findet die Besetzung lokaler Mandate durch die berechtigten Bürger eine weit geringere Beachtung, als dies bei den Wahlen auf nationaler Ebene der Fall ist. Dies gilt erst recht für entfernte Länder. Doch bei den Kommunalwahlen der Republik China, die zum Jahresende abgehalten werden, lohnt sich der Blick über eine Distanz von 9.300 Kilometern hinweg.

Von Dr. Thomas Weyrauch, Jurist und Autor. Mehr ...Drucken...
"Wem gehört Taiwan"
Fan Chou - Wem gehört Taiwan
Fan Chou, Wem gehört Taiwan? (Taiwan shi sheide? 台灣是誰的?) Aus dem Chinesischen übersetzt von Peter Busch. Bochum: Westdeutscher Universitätsverlag (Reihe Sinica, Band 30) 2014
278 Seiten, ISBN: 978-3899663-90-7, Preis: 14,90 Euro.

Rezension von Dr. Thomas Weyrauch

Bei der Betrachtung Taiwans als politisches Gebilde stehen einerseits die zwischenstaatlichen Verhältnisse der Republik China zur Volksrepublik China, andererseits die Auseinandersetzung zwischen den beiden großen Rivalen der Nationalpartei Chinas, Zhongguo Guomindang, und der Demokratischen Fortschrittspartei, Minzhu Jinbudang, im Vordergrund. Fan Chou, Unternehmer und Kolumnist einer Wirtschaftszeitung, löst sich von diesen Denkschablonen.

Kennt man die aus taiwanisch-nativistischer Sichtweise verfassten Bücher, wie etwa „Is Taiwan Chinese?“ von Hsueh Hua-yuan und anderen, so vermutet man hinter Fans Titel einen ähnlichen Inhalt. Dem ist jedoch nicht so: Jenseits von Blau und Grün, d.h. von gesamtchinesischer und taiwanischer Orientierung, betrachtet Fan nämlich das Geschehen auf und um die Insel unabhängig von Parteiengezänk oder politischem Tagesgeschäft. Auch mit anderen Buchpublikationen provoziert Fan seine Leser durch Titel wie „Wem gehört China?“ und „Wird Taiwan sterben? Ansichten eines Marsmenschen“.

In „Wem gehört Taiwan?“ gliedert Fan seine Essays in die Kategorien „Wer bin ich?“, „Woher komme ich?“ sowie „Wo befinde ich mich jetzt?“ und beantwortet als Überblick, dass Taiwan nicht identisch mit dem Festland sei, ein demokratisches System wie auch eine Bürgergesellschaft besitze und über seine Zukunft selbst bestimmen wolle. Fan verweist zugleich auf die überwiegend festlandchinesischen Wurzeln der Gesellschaft auf Taiwan und konstatiert, Taiwan habe zwar eine schwache internationale Stellung, sei aber für einige Intellektuelle mit historischem Sachverstand aus der Volksrepublik China eine Blaupause für die Entwicklung ihres Landes. Daraus schließt Fan ganz unbescheiden, Taiwan könne angesichts der wachsenden Bedeutung Chinas die Welt beeinflussen. Mehr ...Drucken...
Rede von Anita Schäfer MdB zur Eröffnung der Weltliga für Freiheit und Demokratie Generalversammlung am 18. Mai 2015 in Berlin
WLFD
Als Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der WLFD und als Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft – Freunde Taiwans ist es auch mir eine große Freude, Sie alle hier in Berlin begrüßen zu können. Ich bin besonders glücklich, dass die Generalver-sammlung unseres Verbands damit diesmal an meiner politischen Wirkungsstätte als Abgeordnete des Deutschen Bundestages stattfindet.

Im letzten Jahr, als ich auch dabei war, haben wir uns in Taipeh getroffen. Als Vorsitzen-de der Freunde Taiwans möchte ich gerne darauf eingehen, was diese beiden Veranstal-tungsorte Taipeh und Berlin verbindet: Berlin als Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands, und Taipeh als Hauptstadt der Republik China auf Taiwan, des Leuchtturms der Demokratie in Ostasien.

Die über hundertjährige Entwicklung dieser Republik China war ein langer, schwieriger Prozess mit vielen Rückschlägen. Weg von der Kaisermonarchie, durch Bürgerkrieg und Diktatur; hin zu einer gefestigten und wirtschaftlich starken Demokratie, die in beispielhafter Weise Tradition und Moderne verbindet.

Damit ist Taiwan in vielerlei Hinsicht vorbildhaft für die ostasiatische Region. Mehr ...Drucken...
Termine
zur Zeit keine aktuellen Termin-Tipps.
Aktuelles
Deutschlandweit Gastfamilien für Austauschschüler aus Taiwan gesucht!
Deutschlandweit Gastfamilien für Austauschschüler aus Taiwan gesucht!
Wer Interesse hat, für ein Jahr einem 15-16 jährigem Schüler aus Taipei ein herzliches und offenes zu Hause zu bieten, melde sich bitte in unserer Geschäftsstelle. Mehr...
Taiwan in Bewegung - Publikation der DCG
Taiwan in Bewegung - Publikation der DCG
Ab sofort in der Geschäftsstelle bestellbar! Mehr...